A further tragedy, and one that is even less acknowledged than the terrible loss of life, is the fact that many of the dead remain nameless. Fatal Journeys, Volume 2, IOM
Nach den Daten der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind 2017 bereits 39 Menschen auf ihrer Fluchtroute durch das Mittelmeer gestorben. Weltweit starben 2017 bereits 46 Flüchtlinge. 2016 wurden weltweit 7.495 Tote dokumentiert, 2015 waren es 5.740. Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch weit höher.
Auf dem Weg nach Europa ist die Route über das Mittelmeer die gefährlichste. Nach Schätzungen des UNHCR kamen 2016 mehr als 5.000 Menschen bei dem Versuch ums Leben, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Im Durchschnitt starben 2016 täglich 14 Menschen im Mittelmeer. Das ist die höchste jemals verzeichnete Zahl. Im Jahr 2015, als mehr als eine Million Menschen das Mittelmeer überquerten, lag die Opferzahl bei 3.771.
Die Ursachen für die steigenden Opferzahlen sind laut UNHCR zahlreich und vielschichtig. Die Gründe können im schlechten Zustand der Boote, schwierige Wetterlagen und neue Vorgangsweisen der Schlepper liegen.
Flucht ist kein Abenteuer
Fluchtbewegungen sind Folge von Bedrohungen für Leib und Leben, Kolonisation, Kriegen, sozialen Unruhen, Umwälzungen oder Katastrophen. Und es ist mehr als eine Reaktion oder Abenteuerlust. Der Schritt die gewohnte Umgebung, Familie, den Arbeitsplatz oder soziale Stellung zu verlassen kann geplant, spontan und erzwungen sein. Jede Fluchtmigration ist individuell und ein Bündel von Ursachen, Beweggründen und Konstellationen.
Gemeint sind externe Faktoren, die Fluchtbewegungen auslösen können, wie: Flucht als Reaktion oder Vorsorge vor einer sozialen, politischen, gesundheitlichen Unruhe. Dazu kommen Phänomene und Ereignisse, die Flucht erzwingen, wenn z.B.: Interessen aufeinandertreffen, einheimische Eliten ihre Macht sichern wollen, Teile der Bevölkerung „unterentwickelt“ und „rückständig“ gehalten werden und diese nur mangelhaft an ökonomischen, sozialen und politischen Prozessen teilhaben können.
Die Karte der Toten
They know their lives are at risk, yet each year thousands of people from Africa, the Middle East and beyond — war refugees, asylum seekers and economic migrants — leave their homes and try to reach the promised land of Europe. The Migrants Files
Das Datenjournalismus-Projekt The Migrants Files dokumentiert und analysiert die Todesfälle von flüchtenden Menschen. Es ist die bisher umfangreichste Datensammlung von vermissten oder toten Menschen, die ihr Leben auf der Flucht nach Europa verloren haben. Die Analyse und Sammlung der Vermisst- und Todesmeldungen reicht vom Jahr 2000 bis zum 24. Juni 2016.
Quelle: Karte by Franziska Lehner; Daten von themigrantsfiles.com; Beitragsbild@WikiCommons/Flickr/Noborder Network
Weiterlesen
- IOM, Missing Migrants Project
- IOM, Migrations Bewegungen
- Medien-Servicestelle Neue ÖsterreicherInnen
- NZZ, Making Of «The Migrant’s Files», Daten einer Tragödie
- The Migrants Files Datenbank
- UNHCR